Bonner SC 01/04 Frauenfussball


 
Spielerinnen

Beverly Ranger

Beverly Ranger



 

Tabelle/Punkt/Spiele
1974
1975
1976
1977
1978
1979
1980  


 
 

Frauenfußball

Bereits im Jahre 1957 wurde auf einer Mitgliederversammlung der Tura Bonn der Aufbau einer Frauenfußballabteilung entschieden. Da der Frauenfußball zu dieser Zeit jedoch noch von dem DFB geächtet wurde, war der sportliche Wert bis zu Beginn der 1970er-Jahre sehr gering und verkam durch die Vermarktung zwielichtiger Unternehmer zumeist zu einem reinen Showgeschäft. Dies änderte sich, als der Deutsche Fußballverband 1971 überraschend offiziell den Frauenfußball einführte, indem er den Spielbetrieb auf Landesverbandsebene freigab.

Der Bonner SC baute noch im gleichen Jahr eine konkurrenzfähige Frauenmannschaft auf, die von dem ehemaligen Bonner Spieler Willi Krahe betreut werden sollte. Nachdem der DFB 1973 per Bundestagsentschluss die Einführung einer deutschen Fußballmeisterschaft der Frauen beschlossen hatte, traten die BSC-Frauen ein Jahr später als Vertreter des FV Mittelrhein zu dieser Meisterschaft an (sie hieß nun: Deutsche Fußballmeisterschaft der „Damen“). Die Vorrunde überstand die Mannschaft mit drei Siegen in drei Spielen und unterlag dann im Halbfinale dem späteren Meister TuS Wörrstadt mit 1:3 - auch das anschließende Spiel um Platz 3 ging mit 4:7 nach Elfmeterschießen gegen den SV Bubach/Calmesweiler verloren.

Auch im Jahr 1975 nahm der BSC als Sieger seines Landesverbandes an der deutschen Meisterschaftsrunde teil und gewann in der Vorrunde wieder alle Spiele. Im erneuten Halbfinale gegen den TuS Wörrstadt nahm die Mannschaft erfolgreich Revanche, behielt mit 4:0 deutlich die Oberhand und stand im Endspiel schließlich dem FC Bayern München gegenüber. Vor etwa 2.500 Zuschauern im Bad Godesberger Pennenfeldstadion lagen die Bonner Favoritinnen bereits nach drei Minuten zurück, mussten nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich in der 26. Spielminute nur 60 Sekunden später den erneuten Rückstand hinnehmen und mit diesem Spielstand in die Pause gehen (zu dieser Zeit bestand eine Halbzeit im deutschen Frauenfußball nur aus 35 Minuten). Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit gelang Beverly Ranger - der trickreichen jamaikanischen Spitzenspielerin - per Kopfball der Ausgleich zum 2:2 und in der Folgezeit spielte der BSC seine technische Überlegenheit aus. Zwei weitere Treffer von Charlotte Nüsser waren das Resultat und mit dem 4:2-Endergebnis sicherte sich die BSC-Frauenauswahl die deutsche Meisterschaft.

Im anschließenden Jahr 1976 traf die Frauenmannschaft des BSC bereits in der Vorrunde nach zwei Siegen gegen den TuS Niederkirchen auf die Münchnerinnen und die Spielerinnen aus der bayrischen Landeshauptstadt konnten sich nach einem 1:1 im Hinspiel durch einen 3:2-Rückspielsieg ihrerseits an dem BSC revanchieren - im weiteren Verlauf reichte es sogar zum Gewinn der deutschen Meisterschaft. Die Mannschaft des BSC fiel danach kontinuierlich auseinander. Mit Beverly Ranger, Erika Neuenfeldt und Anne Haarbach-Trabantt wechselten entscheidende Leistungsträger zur SSG 09 Bergisch Gladbach und gewannen dort bereits 1977 eine weitere deutsche Meisterschaft; Haarbach-Trabant agierte danach in den ersten acht Länderspielen der 1982 ins Leben gerufenen deutschen Frauennationalmannschaft und führte das Team gar in sieben Partien als Mannschaftsführerin aufs Feld.

Der BSC besaß da jedoch schon keine große Bedeutung mehr im Frauenfußball und nach dem 10-jährigen Jubiläum der Damenmannschaft im Jahre 1981, das mit einem Einladungsturnier gefeiert wurde, verschwand die Abteilung immer mehr in der Versenkung.

  Die Meistermannschaft 1975 BSC Deutscher Meister 1975

www.blau-rot.info
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